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Import / Export: Tschechien

Internationale Wochenenden

Die Welt wird internationaler, vernetzter. Die Globalisierung rückt Länder, Kontinente, Regionen, Kulturen zusammen. Anstatt darauf mit Abgrenzung zu reagieren, wollen wir über den eigenen Tellerrand schauen, Horizonte öffnen, die eigene Perspektive lustvoll hinterfragen. Das erste internationale Wochenende zum Thema AFRIKA fand vom 16. bis 18. November 2018 statt, es vereinte hochkarätige inländische Theatermacherinnen wie Jan-Christoph Gockel, Flinn Works und Philipp Löhle mit afrikanischen Künstlerinnen und Expert*innen aus Wissenschaft und Politik.

Vom 05. bis 07. April wird nun das zweite Internationale Wochenende präsentiert, das sich mit Tschechien und Themen der Nachbarschaft beschäftigt. In den Brexit-Nachwirren folgt dann im Juni ein Großbritannien-Wochenende, bei dem ein thematischer Schwerpunkt auf Unabhängigkeitsbewegungen liegt. Alle Wochenenden sind an eine regulär im Spielplan laufende Produktion angebunden.

Import / Export: Tschechien

05.-07. April in den Kammerspielen und der 3. Etage

Staatsgrenze, Richtlinie, Gartenhecke … Grenzen sind eine Konstante menschlichen Denkens und Handelns. Sie dienen zur simplen Unterscheidung: oben - unten, Hund - Katze, ich - die Welt. Sie können Symbole der Macht sein, Menschen aus oder einsperren. Gleichzeitig können sie schützen und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft markieren. Als soziale Grenzen bestimmen sie unseren Alltag als ein wichtiges Instrument, unser Miteinander zu regeln. Und nicht zuletzt das Gewissen setzt dem eigenen Tun Grenzen. All diese Grenzen aber sind veränderbar, verhandelbar: somit eine Möglichkeit, unsere Welt zu gestalten.

In einem Dorf nahe Tschechien will ein Polizist für Ordnung sorgen, kurze Zeit später errichtet eine Bürgerwehr Grenzzäune. In einer nahen Zukunft hat eine feministische Bewegung die Grenze zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit völlig neu definiert. Ebenfalls im deutsch-tschechischen Grenzgebiet legen Rachegelüste die nackte Natur unterhalb aller Regeln und Gebote frei. Entlang der deutsch-tschechischen Grenze, im Dialog mit dem Nachbarn, beschäftigt sich „Import/Export: Tschechien“ mit den Grenzen, an denen wir uns heute bei der Gestaltung unseres Lebens und unserer Welt abarbeiten müssen und wollen.

Das Programm

Freitag 05.04., 19:30 Uhr, Kammerspiele

DIE RACHE

Von Handa Gote (CZ)
Gastspiel im Rahmen von Import/Export: Tschechien

Ein psychodelischer Western von der deutsch-tschechischen Grenze. Zwei Männer, zwei Frauen, ein Verbrechen und der Wunsch nach Vergeltung. Bildstark und ohne Worte untersucht die tschechische Theatergruppe Handa Gote, wie bereits eine kleine Erschütterung die dünne zivilisatorische Schicht aus Regeln und Normen abschütteln und den animalischen Kern des Menschseins freilegen kann.


Samstag 06.04., 19:30 Uhr, Kammerspiele

EINE KURZE GESCHICHTE DER BEWEGUNG (UA)

Von Petra Hůlová
Koproduktion mit den Städtischen Bühnen Prag und dem Schauspiel Stuttgart
In der nahen Zukunft hat eine feministische Bewegung ein gesamtgesellschaftliches Umerziehungsprogramm ins Leben gerufen. Menschen sind schließlich stärker als ihre angebliche Natur. Der Traum: Eine Welt ohne Sexismus und sexuelle Gewalt. Satirisch und kontrovers befragt die tschechische Erfolgsautorin P. Hůlová den Weg in eine bessere Zukunft.


Samstag 06.04., 22:00 Uhr, 3. Etage

Blickwechsel

Nach einer Woche gemeinsamer Nürnbergexpedition, schreiben zwei tschechische Autor*innen und Philipp Löhle ein Stück, das spontan in der 3. Etage aufgeführt wird.


Sonntag 07.04., 19:00 Uhr, Kammerspiele

AM RAND (EIN PROTOKOLL) (UA)

Bearbeitet und mit Fußnoten versehen von Philipp Löhle

In Randhausen herrschen unhaltbare Zustände: Wildschweine übertrampeln willkürlich Staatsgrenzen, Türen bleiben unverschlossen und Kinder treffen sich angeblich im Wald mit einem Troll. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier etwas passiert … Grenzen sind das Grundmotiv des neuen Stücks von Hausautor Philipp Löhle. Ein fiktives Dorf wird dabei zum Brennglas Europas und der Welt.


Rahmenprogramm aus Partys, Vorträgen und Gesprächen.

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(Festnetz 3,9 ct/Min, Mobilfunk bis 42 ct/Min)

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