Staatstheater Nürnberg
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Schauspiel

Das Au­to­ma­ten­zeit­al­ter (UA)

nach dem Roman von Ri Tokko

Regie: Kieran Joel

Dienstag, 28.04.2020

20.00 - 21.25 Uhr

3. Etage

Aufgrund der erhöhten Corona-Virus-Ansteckungsgefahr und auf Anordnung der Bayerischen Staatsregierung muss diese Vorstellung leider ausfallen. Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite unserer Webseite.

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Das World Wide Web prägt unsere Gegenwart. Imaginiert wurde es schon 1930 – von einem Nürnberger. Als „Ri Tokko“ schrieb Ludwig Dexheimer einen „prognostischen Roman“ von erstaunlicher Treffsicherheit: Neben dem Internet finden sich erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz und sogar eine Art Wikipedia. Entstanden zwischen zwei Weltkriegen, ist „Das Automatenzeitalter“ aber vor allem auch eine radikale pazifistische Utopie, getragen vom unerschütterlichen Glauben an einen technischen wie moralischen Fortschritt. 2019 ist Dexheimers Vision des Jahrs 2500 technologisch fast erreicht. Friedlicher ist die Welt nicht. Und auch das utopische Denken scheint ausgedient zu haben. Aber warum eigentlich? Woher rührt der Glaube, der Mensch sei im Kern schlecht? Wem nützt er? Und wie ist das eigentlich gewesen mit der Inszenierung, die 2019 am Staatstheater Nürnberg versucht worden sein soll? Zeit für eine Ausgrabung, die sich dem Unbehagen an der Utopie stellt.

Beschreibung

Im Automatenzeitalter ist alles gut. Alle Arbeit wird von Maschinen übernommen und die Menschen können sich lustwandelnd ihren Interessen widmen. Die Welt ist bis ins letzte vernetzt, in wenigen Minuten kann man aus Europa in Indien sein oder in der Arktis und die Wunder einer dank Wetterbeeinflussung und erneuerbaren Energien nach wie vor unangetasteten Natur betrachten. Sich mit Freunden am anderen Ende der Welt per Video zu unterhalten, ist längst normal. Auf Knopfdruck kann man sich Essen nach Hause liefern lassen und jedes beliebige Buch auf seinem Bildschirm zu Hause lesen. Es gibt keine Nationen mehr und keine Kriege, über Geschlechtergerechtigkeit muss schon lange nicht mehr diskutiert werden und überhaupt ist jede Form von Herrschaft abgeschafft. Alle sind frei und gleich, der Mensch, so steht es über der Schule von Automatenstadt, ist gut.

Der in Nürnberg geborene Chemiker Ludwig Dexheimer schrieb als „Ri Tokko“ 1930, zwischen zwei Weltkriegen also, einen prognostischen Roman, getragen von der Überzeugung, dass mit dem technischen Fortschritt auch ein moralischer einhergeht und die Menschheit einst einen idealen Zustand erreicht. Auf über sechshundert völlig konfliktfreien Seiten breitet Dexheimer seine Utopie des Jahres 2500 aus. Das ist nicht nur literarisch, sondern vor allem auch in seinem naiven Glauben an das Gute, eine ungeheure Provokation gegenüber einer Zeit, die zwar technologisch Dexheimers Vision fast erreicht hat, in allem anderen aber deutlich hinterherhinkt. Einer gegenwartsverhafteten Zeit, deren Nachdenken über die Zukunft, wenn dann geprägt ist von Schreckensszenarien. Und trotzdem soll in dieser Zeit, im Jahr 2019 um genau zu sein, am Staatstheater Nürnberg eine Gruppe von Theatermacher*innen versucht haben, diesen Text auf die Bühne zu bringen. Das konnte ja nur schief gehen …

Team

Regie

Ausstattung

Dramaturgie

Musik und Video

Termine und Besetzung

Besetzung am 28.04.2020

April 2020

  • Di, 28.04.2020, 20.00 Uhr

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Fotos
FOTO(S) © Konrad Fersterer
Pressestimmen
Nürnberger Nachrichten

"Man lässt den Zuschauer nicht bequem in eine erzählte Geschichte eintauchen, sondern sorgt mit vielen Brüchen dafür, dass sich das Publikum regelmäßig auf dem Boden der Realität wiederfindet. So wird aus dem offensichtlichen Ringenumden adäquaten Umgang mit Dexheimers Text mutig und pfiffig eine inszenatorische Tugend gemacht."

  • Birgit Nüchterlein, Nürnberger Nachrichten
Nürnberger Zeitung

"Man geht skeptisch hin. Und erlebt ein kluges, sinnliches, toll gespieltes, ins Hirn blitzendes Theaterereignis in der 3. Etage. Also: Nicht fremdeln! Anschauen!"

  • Herbert Heinzelmann, Nürnberger Zeitung
Bayerische Staatszeitung

"(...)ein theatralischer Nachdenkabend."

  • Uwe Mitsching, Bayerische Staatszeitung

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