Staatstheater Nürnberg
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Schauspiel

Alpha (UA)

Ein Abend über Männlichkeit mit Liedern von Frauen

Regie: Manuel Schmitt

Samstag, 14.12.2019

19:30 Uhr

Kammerspiele

Abo K3

Alpha 3KO 1026 header

Männerstimmen. Männerbilder. Männerfragen. Während sich in der Gesellschaft neue Männlichkeitsmodelle herausbilden, in die auf dem Weg zwischen Kita, Büro und „Manscaping“- Termin im Waxing-Studio auch locker der Zwischenstopp auf einen Hugo reinpasst (Foto für Instagram nicht vergessen!), veröffentlicht Kontrovers-Rapper Kollegah mit seinen „10 Boss-Geboten“ ein Manifest gegen die Verweichlichung des starken Geschlechts. Wer sind Männer heute? Wann darf ein Mann ein Mann sein? Darf er Schwäche zeigen? Wie stehen Männer zu vermeintlich weiblichen Themen wie Schönheitskult oder Kinderkriegen? Und wie klingt es, wenn sie darüber singen? Hausmusikerin Vera Mohrs, die bereits „Die Musik war schuld“ mit kreiert hat, hat auch für „Alpha“ wieder Lieder bekannter Interpretinnen mit eigenen Arrangements und Kompositionen verschränkt. Im neuen Liederabend singen die Schauspieler nicht nur, sondern stehen auch als Band auf der Bühne und spielen zahlreiche Instrumente.

Beschreibung

ZUM STÜCK UND ZUR RECHERCHE

Männlichkeit und Männlichkeitsbilder werden seit der #metoo Debatte und aktuell noch einmal verschärft seit den Morden in Halle, Christchurch und Toronto kontrovers diskutiert. Der klassische (Alpha-)Mann ist ziemlich aus der Mode gekommen. Gleichzeitig wird der Bedarf an starken Führungsfiguren so häufig wieder heraufbeschworen, wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Nicht nur rechte Stimmen fabulieren von einem Männlichkeitsbild, in dem Stärke, Dominanz und die Abwertung von Gefühlen und allem „Anderen“ Tatkraft suggerieren soll. Mit dem Begriff „toxische Männlichkeit“ werden im feministisch geprägten Diskurs patriarchale Männerbilder als Ursprung dessen dekonstruiert, was nicht nur Frauen, sondern auch Männern Schaden zufügt. Klaus Theweleits Thesen über den fragmentierten männlichen Körper der Freikorpsliteratur und dem Zusammenhang von Rechtsextremismus, Maskulinismus und Frauenhass erscheinen heute wieder deprimierend aktuell. Dies insbesondere, wenn man den Aussagen von Faschisten wie Björn Höcke folgt, der Männer auffordert ihre Männlichkeit wiederzuentdecken, um „mannhaft“, also „wehrhaft“ zu werden. Dieses Schwadronieren über einen geschlechtsspezifischen positiven Hang zur Gewalt spricht allem Hohn, was in Jahrzehnten der Zivilisierung der deutschen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch des Faschismus scheinbar gelungen war. Wie kann man da aktuell über Männlichkeit sprechen ohne alle Männer unter einen unverdienten Generalverdacht zu stellen? Anders gefragt: Worum kann es bei einer Suche unter dem Unstern „Alpha“ gehen? Und noch dazu mit Liedern von Frauen? Zwischen konservativen Rollenbildern und vielschichtigen Ansprüchen an den modernen Mann versucht „Alpha“ ein Panorama an Möglichkeiten zeitgenössischer Männlichkeit aufzuzeigen und damit die Perspektiven auf das Phänomen Männlichkeit zu vervielfältigen. Dabei bezieht der Abend die Zuschauer und ihre individuellen Männlichkeits- und Selbstbilder mit ein. Auf der Bühne antworten die Protagonisten stellvertretend für das Publikum auf Fragen zu Männlichkeit. Gemeinsam mit dem Regieteam hat sich das Ensemble auf die Suche nach markanten Positionen und auch nach eigenen Antworten und Positionierungen in diesem Diskurs gemacht. Im Rechercheprozess sind so nicht nur einschlägige Expert*innenmeinungen wie die von Klaus Theweleit, Carolin Emcke und Michael Kimmel eingeflossen, sondern auch eine Vielzahl persönlicher Antworten von Männern aller Altersklassen, insbesondere von Nürnberger Bürgern und Mitarbeitern des Nürnberger Staatstheaters. Ausgangspunkt unserer Arbeit waren zehn Fragen zu Männlichkeit, die auch im Rahmen der Vorstellung den Zuschauern gestellt werden, sodass auch diese an jedem Abend in das Gesamtbild – den Chor der Stimmen – miteinfließen können.

Team

Musikalische Leitung

Regie

Bühne und Kostüme

Dramaturgie

Termine und Besetzung

Besetzung am 14. Dezember 2019

Zusätzliche Informationen

Bitte beachten Sie, dass im Schauspiel in der Regel weitere Vorstellungstermine in Planung sind.

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(Festnetz 3,9 ct/Min; Mobilfunk bis 42 ct/Min)

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