Staatstheater Nürnberg
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Das Kabinett der vereinigten Vergangenheiten (UA)

von geheimagentur und Ensemble

Samstag, 06.10.2018

20:15 Uhr

DIE VORSTELLUNG MUSS AUS DISPOSITIONELLEN GRÜNDEN LEIDER ENTFALLEN!

3. Etage

Kabinett der Vereinigten Vergangenheiten 01

Stückinformationen

1918 - 1968 - 2068: Was fordert die Vergangenheit von der Gegenwart für die Zukunft? Die geheimagentur verwandelt die 3. Etage in einen realutopischen Raum, in dem Stimmen regionaler Recherche, der Weltgeschichte und -literatur und die des anwesenden Publikums zu wirklicher politischer Debatte zusammenfinden.

Beschreibung
1918 – 1968 – 2018… 2068? Blicken wir von 2018 aus zurück, jähren sich revolutionäre Beben im 50-Jahres-Abstand. Was für eine Revolution wäre heute fällig? Und trauen wir uns – wie die vergangenen Revolutionäre – entschieden in die Zukunft zu denken? Heute zu erfinden und zu erkämpfen, was 2068 Jubiläum feiern könnte? Politisch haben wir im Jahr 2018, so scheint es, mit der Gegenwart genug zu tun. Aber was, wenn es sich genau umgekehrt verhält? Angenommen das Politische ist uns in Wirklichkeit unmerklich abhanden gekommen, weil wir vergangenheits- und zukunftsvergessen geworden sind, nur noch in der Gegenwart leben. Politik aber, die Gestaltung unseres Lebens in Gesellschaft, geht nur aus dem Wissen um die Vergangenheit heraus, den Blick in die Zukunft gerichtet. Wir brauchen also wieder mehr Vergangenheit! Das Künstler*innen-Kollektiv geheimagentur lässt Situationen, Einrichtungen, Institutionen entstehen, die wie Fiktionen erscheinen und dann doch die Realitätsprüfung bestehen. In der 3. Etage des Staatstheaters lädt sie nun, knapp hundert Jahre nach dem kurzen Frühling der Räterepublik, alle Nürnberger*innen ein, ihrer Vergangenheit eine Stimme für die Zukunft zu geben. Werden Sie Teil des Kabinetts der Vereinigten Vergangenheiten! Denn mit Ihnen kann eine reale Utopie mitten in Ihrer Stadt entstehen. Aus regionaler Recherche, den Biografien einzelner und den Geschichten anderer, aus Historie, Weltliteratur und Ihrer Stimme entwickeln sich Entwürfe und Visionen für die Zukunft. Im Dazwischen von aktivistischem Camp und Parlament, Wandzeitung und Redner*innenliste, Performance, Theater und politischer Versammlung kreiert die geheimagentur jeden Abend neu gemeinsam mit allen Anwesenden eine Form politischer Debatte, in der die Zukunft Raum hat, aus der Vergangenheit zu uns zu sprechen.
Weitere Termine & tagesaktuelle Besetzung

Tagesaktuelle Besetzung am 06. Oktober 2018

Zusätzliche Informationen

Bitte beachten Sie, dass im Schauspiel in der Regel weitere Vorstellungstermine in Planung sind.

Ihr Wunschtermin ist dabei, aber noch nicht im Vorverkauf? Kein Problem, Sie können Ihre Karten vormerken lassen!

Die Kolleg*innen der Theaterkasse werden Sie dann entsprechend kontaktieren.

Nennen Sie uns dafür einfach den gewünschten Termin:

per E-Mail: info@staatstheater.nuernberg.de
oder telefonisch unter +49-(0)180 / 1-344-276
(Festnetz 3,9 ct/Min; Mobilfunk bis 42 ct/Min)

Fotos
Rezensionen
Süddeutsche Zeitung
"Was fehlt dann noch beim Start? Die Bürgerbeteiligung. Deshalb gründet die Geheimagentur mit den Zuschauern das 'Kabinett der Vereinigten Vergangenheiten', das für den behaupteten Stadtstaat Nürnberg Vorschläge zur Verbesserung von Politik, Gesellschaft und Leben einbringen wird (...). Bei der ersten Sitzung verblüfft die Schauspielerin Adeline Schebesch mit ungeheuren Kenntnissen und rhetorischer Begabung. Wenn die mal nicht mehr spielen mag, macht sie Karriere in der Politik." - Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung
Nürnberger Zeitung
"Für die 'Kabinettssitzung' liefern unter anderem Stefan Zweig, Oscar Wilde und (unvermeidlich) Bert Brecht Vorlagen. Das Ensemble hatte noch mehr davon vorgesehen, aber die Diskussion mit dem Publikum funktionierte bei der Premiere am Sonntag so lebhaft, dass spontan gestrichen wurde." - Herbert Heinzelmann, Nürnberger Zeitung
ERSTER BESCHLUSS DES KABINETTS
Geheime Presse-Agentur (gpa). Das Kabinett der Vereinigten Vergangenheiten hat in seiner Auftaktsitzung am 30.09. erste Eingaben für den sog. "Nürnberger Korb" überraschend kontrovers diskutiert. Nach einigen Abweichungen von der Tagesordnung konnte sich am Ende ein Vorschlag von Prof. Dr. Harald Bolsinger vom Zeit für Ethik e.V. knapp durchsetzen. Dieser wendet sich gegen die fragwürdigen Bedingungen, unter denen viele Spielwaren (größtenteils im Ausland) produziert werden. Das Kabinett nimmt daher die größte Spielwarenmesse der Welt in die Pflicht und ordnet den Ausschluss aller beteiligten Firmen, die bei der Produktion Menschenrechte mißachten, als Zielrichtline spätestens für das Jahr 2068 an. Vorbereitend sollen noch dieses Jahr unternehmensethische Handlungsempfehlungen zur Selbstverpflichtung erarbeitet und Vergünstigungen für vorbildlich agierende Unternehmen eingeführt werden. Das Kabinett tagt wieder am 11.10.; dann werden Horst Schneider von der evernordbank sowie Pierre Leich von der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft zu Gast sein.
ZWEITER BESCHLUSS DES KABINETTS
Geheime Presse-Agentur (gpa). Das Kabinett der Vereinigten Vergangenheiten hat in seiner zweiten Sitzung am 11.10. weitere Verordnungen im Geiste vergangener politischer Kämpfe und im Sinne einer Verschönerung der Zukunftsaussichten gefasst. Diesmal konnte sich das Publikum gegenüber den Anträgen der geladenen Gäste mit einem ganzen Maßnahmenpaket durchsetzen: Beschlossen wurde das Ziel einer bis spätestens 2068 komplett auf „Räteproduktion“ umgestellten Grundversorgung der Nürnberger, insbesondere im Hinblick auf Lebensmittel. Vorbereitende Maßnahmen hierzu sind ein sofortiger Bebauungs- und Versiegelungsstop des fruchtbaren Knoblauchslands vor den Toren der Stadt; eine Verordnung zur Förderung von lokalem Anbau und FairTrade-Waren sowie die Ächtung sämtlicher Einfuhrgüter, die unter Verletzung der Menschenrechte produziert werden. Zur Weiterentwicklung des Knoblauchslands wird eine Kommission eingesetzt, die Strategien und Konzepte im Hinblick auf Ankauf, Ernennung zum „Bannland“, Renaturierung und genossenschaftliche Übereignung durch die Stadt erarbeiten soll.
DRITTER BESCHLUSS DES KABINETTS
Geheime Presse-Agentur (gpa). In seiner dritten Sitzung vom 13.10. hat das Kabinett der Vereinigten Vergangenheiten erstmalig die Tagesordnung komplett und ohne Zeitverluste abarbeiten können: Zeichen einer gewissen Professionalisierung der Regierungsgeschäfte. Im Zentrum standen diesmal Möglichkeiten zur Verbesserung der Wohnsituation. Das Kabinett erarbeitete hierzu wieder einen ganzen Maßnahmenkatalog: einmal mit fristgebundener Enteignungsoption leerstehender Immobilien durch die Stadt, einmal ohne. Kennzeichen, dass gegen Ende der Debatte Kontroversen um die Auslegung des Grundgesetz-Artikels „Eigentum verpflichtet“ aufkamen. Entsprechend fand eine andere Eingabe, nämlich die des Nürnberger Autors Theobald O.J. Fuchs, knapp die breiteste Unterstützung: Die Flutung des Frankenschnellwegs - der damit wieder zu seinen historischen Ursprüngen als Wasserader der Stadt zurückgeführt wird. Eine Maßnahme, die sich nahtlos an den Beschluss vom 11.10. anschließt. Es bleibt abzuwarten, wann das Thema Wohnen wieder auf die Agenda kommt. Gäste der kommenden Sitzungen werden am 28.10. die Gender-Forscherin Nadja Bennewitz (bennewitz-frauengeschichte.de) und Waldemar Graser vom Sozialmagazin Straßenkreuzer (www.strassenkreuzer.info) sein sowie am 30.10. die Schneiderin Marie-Luise Schneider (www.broemme-schneiderlein.com) und der Menschenrechtsforscher Prof. Dr. Markus Krajewski (www.humanrights-centre.fau.de).

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