Staatstheater Nürnberg
Home > What's On > Archive > 20/21 Season > 20/21 Programme > Sex Work (world premiere)

Drama   

Sex Work (world pre­mie­re)

Research project by Wenzel Winzer

Directed by: Wenzel Winzer

Wednesday, 25/11/2020

08.15 PM

Kammerspiele

Aufgrund der bundesweiten Beschränkungen zum Infektionsschutz muss diese Vorstellung leider ausfallen. Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite unserer Webseite.

Sex Arbeit header

The commercialisation of passion is an integral part of almost every civilization, accompanied by mixed feelings of fascination, disgust and pity. It is predominantly women who offer sexual services. They are despised and desired, lionised and stigmatised. Prostitution is legal in this country while also being perceived as a shadowy occupation. But are coercion and violence really an integral part of the industry? One thing is certain: the industry is thriving. With an annual turnover of approx. 14.5 billion euros in Germany, sales figures rival those of any major chain of department stores. Department chains get swallowed up but Nuremberg’s red-light district is still going strong. And it was where Winzer began his research for his study of the convoluted landscape in which sex is work.

Description

Kann Sex eine normale Arbeit sein und wo beginnt und wo endet überhaupt Sexarbeit? Ist Prostitution per se moderne Sklaverei oder eine der entschiedensten Formen der Selbstbestimmung? Kann Sexarbeit, wo sie doch der ultimative Ausdruck betonierter sexistischer Machtverhältnisse ist, zugleich feministischer Ausbruch aus heteronormativen Strukturen bedeuten? Mitten in die Differenzierung zwischen diesen Polen zielt Wenzel Winzers Rechercheprojekt „Sex Arbeit“. Winzer hat Interviews mit Menschen jeden Alters und Geschlechts über ihre Arbeit in der Sexindustrie und auch in deren eben auch problematischem Umfeld geführt. Aus umfangreichen Recherchen hat er mit drei Schauspielerinnen eine Annäherung an das Phänomen destilliert, das – als florierender Wirtschaftszweig und Spiegel der Gesellschaft – wie kaum ein anderes polarisiert. Und je näher wir heranrücken, desto einfacher und komplizierter zugleich erscheint es. Kategorien wie „Pro“ und „Contra“, „gut“ und „schlecht“, „Problem“ und „Lösung“ verschwimmen. Klischierte Bilder und klare Meinungen brechen auf und setzen sich anders (vielleicht) wieder neu zusammen.

Im Rahmen der Recherche interviewte Wenzel Winzer über mehrere Monate deutschlandweit, jedoch mit speziellem Fokus auf die Metropolregion Nürnberg, Sexarbeiterinnen sowie Mitarbeiterinnen von Vereinen und Beratungsstellen wie Kassandra e.V. oder JADWIGA, studierte Gesetzestexte, verfolgte politische und gesellschaftliche Debatten und stöberte natürlich auch im Internet. Aus diesem Material entstand eine Theaterfassung, die teils diejenigen unmittelbar zu Wort kommen lässt, für die Sex Arbeit ist, aber auch die Auseinandersetzung des Teams mit dem Thema erfahrbar macht. Wie „kommt man dazu“, was sind die realen alltäglichen Erfahrungen und Beobachtungen, wie ist der Umgang der Kunden und mit den Kunden, welche Bedürfnisse, aber auch welche Abgründe werden sichtbar, und in welchem gesellschaftlichen Kontext findet Sexarbeit statt? Auch die rechtliche Situation spielt eine Rolle: im Hinblick auf einen doch eigentlich inzwischen ganz legalen Wirtschaftszweig, aber auch in Bezug auf problematische Ausbeutungsdynamiken bis hin zur Bekämpfung eindeutiger Verbrechen. Was hilft? Verbot, nordisches Modell, Normalisierung und Eingliederung ins Gewerberecht? Klischees, Rollenbilder, wahre Kerne und ideologische Narrative, Symptome, Ursachen, Abhängigkeiten, genau beobachtete Details und das Luftbild einer unübersichtlichen Landschaft treffen aufeinander.

Und doch beziehen Winzer und Team klar Position – vor allem für eine differenziertere Sicht und offenes Zuhören. Im Rahmen von mehreren Publikumsgesprächen, teils mit Expertinnen aus der Recherche als Gäste, erhalten in diesem Sinne auch die Perspektiven der Besucherinnen ein Forum.

Wir danken den Gesprächspartnerinnen der Recherche und den beratenden Expertinnen, insbesondere den Nürnberger Fachberatungsstellen Kassandra e.V. und Jadwiga.

Die Inszenierung verwendet der Thematik entsprechend explizite Sprache.

Team

Directed by

Bühne und Kostüme

Dramaturgie

Video/Audio

Activate Youtube content

For further information, see our Privacy Notice

Photos
PHOTO(S) © Konrad Fersterer
Press reviews
Nürnberger Nachrichten

"'Sex Arbeit' ist ein Theater-Vergnügen und ein gelungenes Stück Aufklärung – nicht über Sex an sich, sondern über seinen Wert als Ware."

  • Katharina Erlenwein, Nürnberger Nachrichten
Nürnberger Zeitung

"Für sein Debüt hat (Wenzel Winzer) lange recherchiert, mit vielen Frauen gesprochen, viele Geschichten kennengelernt. Aus all den Interviews, aus statistischem Material, aus Funden im Internet hat er eine schnelle, schlagende Text-Montage geschnitten."

  • Herbert Heinzelmann, Nürnberger Zeitung
Bayerische Staatszeitung

"(Adeline Schebeschs) Monolog von einer Nürnberger Rentnerin, die im Doppeljob Friseurin/Prostituierte war und ihren Austrag im gemütlichen „Weinparadies“ in der Südstadt hatte, war der größte Lustgewinn des Abends..."

  • Uwe Mitsching, Bayerische Staatszeitung

> What's On

> Digitaler Fundus

Top

This site uses third-party website tracking technologies in order to provide and improve its services and display advertisements relating to the interests of its users. Some of the third-party providers transfer data to servers in the United States, which may be associated with increased risk. Details can be found in the relevant cookie settings and in the privacy notice. Your consent is voluntary. You can change your cookie settings at any time.

Further information Data protection Imprint

These cookies are indispensable for the functioning of our website. They are automatically deleted when you close your browser or after a period of inactivity (24 hours).

These cookies collect information on how you use our website. They do not store any information that allows the user to be identified. Statistical data is deleted either automatically within 30 days or after evaluation has been completed, whichever period is longer.