Staatstheater Nürnberg
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Jan Philipp Glogers Inszenierung „Am Rand (Ein Protokoll)“ zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen

Jan Philipp Glogers Inszenierung von „Am Rand (Ein Protokoll)“ am Staatstheater Nürnberg (Premiere: 09.03.2019) wurde zum diesjährigen Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Im Rahmen des 10-tägigen Festivals ist das Stück von Philipp Löhle am 26. April 2020 um 20.30 Uhr im Marguerre-Saal in Heidelberg zu sehen. Das Festival, das in diesem Jahr vom 24. April bis 3. Mai stattfindet, zeigt seit 1984 die Avantgarde des Theaters: Neue Stücke werden gelesen und herausragende Uraufführungen aus dem deutschsprachigen Raum zu Gastspielen eingeladen.

Aufgrund der unsicheren Lage bezüglich COVID-19 wurde der Heidelberger Stückemarkt abgesagt.

Gloger O3 4009

Geografisch, gesellschaftlich, moralisch - auf unterschiedlichsten Ebenen ist die Setzung von Grenzen eine Konstante menschlichen Denkens und Handelns. Philipp Löhle macht das zum Grundmotiv seines Stücks. Das fiktive Dorf Randhausen wird zum Brennglas Europas und der Welt, die Grenze zwischen Komik und Tragik ebenso oft überschritten wie die zwischen Fantasie und Alltag. Nicht zuletzt teilt eine Grenze die Geschichte selbst in zwei Hälften, ein schmaler Grat zwischen Traum und Albtraum, auf dessen einer Seite sich Wildschweine, Rehe und Trolle durch die Wälder schlagen - und auf der anderen Panzer. Sein Stück lässt Löhle an der deutsch-tschechischen Grenze nahe Nürnberg spielen und wählt eine ungewöhnliche literarische Form: Als Protokoll gerade stattfindender – oder grade stattgefundener – Ereignisse spielt er mit unterschiedlichen Realitätsebenen. Im Protokoll bekommen kleine und große Ereignisse gleiche Wichtigkeit zugesprochen, die weltverändernde Wirkung unbedeutender Ereignisse wird plausibel. Er untersucht die Frage nach der Konstruktion von Wirklichkeit genauso wie die gefährlichen Konsequenzen einer von Ängsten gesteuerten Gruppendynamik.

Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger verbindet eine langjährige Arbeitsbeziehung mit Philipp Löhle, dessen Stück „Das Ding“ er schon 2011 zur Uraufführung brachte, die 2012 den Publikumspreis bei den Mühlheimer Theatertagen erhielt und die Inszenierung in der Spielzeit 2018/19 erfolgreich auf den Spielplan des Nürnberger Staatstheaters setzte. In seiner Uraufführung von Löhles „Am Rand (Ein Protokoll)“ zeigt Gloger, wie aus faktisch unbedrohlichen Situationen Ängste entstehen und zur Eskalation führen können. Dokumentiert werden die Geschehnisse des Dorfes von zwei Protokollanten, die vor den Augen des Publikums einen Kampf um die ‚Wahrheit‘ ausfechten. Dabei entstehen zwei Handlungsstränge, die in diametrale Richtungen verlaufen und die Frage aufwerfen, ob es so etwas wie eine objektive Wahrheit überhaupt gibt.

Philipp Löhle, einer der international meistgespielten deutschsprachigen Dramatiker seiner Generation, wurde bereits mit dem Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und dem Jurypreis des Heidelberger Stückemarkts ausgezeichnet, gewann den Werkauftrag des Theatertreffen-Stückemarktes und war mehrfach für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Er war Hausautor am Maxim Gorki Theater in Berlin, am Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Mainz und ist seit der Spielzeit 2018/19 Hausautor am Staatstheater Nürnberg, wo er gemeinsam mit Chefdramaturgin Brigitte Ostermann unter anderem die internationale Reihe IMPORT/EXPORT kuratiert.

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