Die Nürnberger Philharmoniker

Die Nürnberger Philharmoniker sind nach dem Bayerischen Staatsorchester das größte bayerische Opernorchester. Neben ihrer Tätigkeit als Orchester des Staatstheaters Nürnberg gestalten die Nürnberger Philharmoniker mit den "Philharmonischen Konzerten" auch eine eigene Symphoniekonzertreihe mit acht verschiedenen Programmen pro Saison und treten auch anderweitig als Konzertorchester auf. Zudem veranstalten sie seit 1994 in eigener Organisation als "Philharmonie e.V." eine erfolgreiche Kammerkonzertreihe.

1981 wurden die Nürnberger Philharmoniker in die Spitzenklasse "A" der deutschen Kulturorchester eingestuft.

Die Geschichte der Nürnberger Philharmoniker reicht zurück bis zu der alten, seit 1377 nachweisbaren Reichsstädtischen Ratsmusik Nürnbergs (seit 1806 "Musikchor" genannt). In der Barockzeit zählte Nürnberg zu den Zentren der deutschen Oper, was erst in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde.

Ab 1801 wurden die Nürnberger Stadtmusiker kontinuierlich zu den Aufführungen des neuen "Nürnberger Nationaltheaters" herangezogen, das Georg Leonhard Aurnheimer gegründet hatte.

1833 zog das Orchester in das neu errichtete Stadttheater am Lorenzer Platz ein. Nachdem 1905 der Neubau des Opernhauses am Ring eröffnet worden war, legte man 1922 das Stadttheaterorchester mit dem um 1880 von Hans Winderstein gegründeten, von einem privaten Verein getragenen "Philharmonischen Orchester" zusammen. Damit entstanden die Nürnberger Philharmoniker in ihrer heutigen Form.

Das Orchester hatte zunächst eine Stärke von 110 Musikern, die dann in den Wirtschaftskrisen der Weimarer Republik verringert wurde. In die Gründungszeit fällt auch der Beginn der Reihe der "Philharmonischen Konzerte", die seit den 1960er Jahren in der Meistersingerhalle stattfinden. 1944 wurde das Nürnberger Theater geschlossen und das Orchester zum Kriegsdienst eingezogen.

Schon 1946/47 begann jedoch eine neue Ära unter der Leitung des Intendanten Karl Pschigode und des Generalmusikdirektors Alfons Dressel. 1968 änderte sich der Status des Orchesters, das bis dahin ausschließlich dem Theater beigeordnet war, zum "Philharmonischen Orchester der Stadt Nürnberg". Hans Gierster leitete in seiner Direktionszeit (1965-1988) vielbeachtete Aufführungen wie "Moses und Aaron"(Arnold Schönberg), "Die Soldaten" (Bernd Alois Zimmermann), "Träume" (Isang Yung) oder "Intolleranza 70" von Luigi Nono.

1988-1992 prägte Christian Thielemann als GMD das Orchester vor allem mit Werken des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ihm folgte Eberhard Kloke, der besondere Akzente auf die Zweite Wiener Schule und die zeitgenössische Musik setzte. 1998 wurde Philippe Auguin GMD der Stadt Nürnberg. Unter seiner Leitung spielte das Orchester erstmals nach fast 50 Jahren wieder den kompletten Ring des Nibelungen von Richard Wagner. Damit gastierte das Staatstheater Nürnberg im Herbst 2005 beim Beijing Music Festival und führte damit zum ersten Mal Wagners Hauptwerk in Asien (außerhalb Japans) auf.

Seit 2006 leitet Christof Prick die Nürnberger Philharmoniker.

Seit jeher hat sich das Orchester um die Aufführung neuer Kompositionen verdient gemacht und im Konzert- wie im Opernbereich zahlreiche Werke uraufgeführt, z.B. von Boris Blacher, Hans Werner Henze, Wilfried Hiller, Paul Hindemith, Wilhelm Killmayer, György Ligeti, Krzysztof Penderecki, Aribert Reimann, Isang Yun, Hans Zender oder Bernd Alois Zimmermann.

Die Nürnberger Philharmoniker haben dabei mit vielen namhaften Dirigenten und Solisten zusammengearbeitet. In den letzten Jahren nahm das Orchester zahlreiche Werke auf CD auf (u.a. von Claude Debussy, Gustav Mahler, Richard Strauss, Igor Stravinskij und Richard Wagner). Ferruccio Busonis Doktor Faust, Auguins Einstandspremiere, übertrug der Fernsehsender arte, die Uraufführung von Wilfried Hillers Wolkenstein der Bayerische Rundfunk.

Mit "Klassik im Luitpoldhain" bespielen die Nürnberger Philharmoniker seit 1999 die größte deutsche Klassik open air-Veranstaltung. Gastspielreisen führten das Orchester in jüngster Zeit u.a. nach Salzburg, Nizza oder zum Hongkong Arts Festival.