Pressestimmen


"Vasos comunicantes" - Nürnberger Nachrichten - 26.04.2010


In Nürnberg feierte Goyo Monteros neues Stück „Vasos Comunicantes“ seine umjubelte Premiere.
Die reine Schönheit des Tanzes beschwört Goyo Montero in seiner Produktion „Vasos Comunicantes“, die im Nürnberger Opernhaus ihre stürmisch gefeierte Premiere erlebte. Zur Musik von Bach präsentierte sich ein fantastisch gutes Ensemble in Hochleistungsform.

Für viele Tanzfreunde dürfte dieses Stück eine große Sehnsucht erfüllen: Schon lange hat man in Nürnberg nicht mehr derart klassisch geprägtes Ballett gesehen. Die Spitzentanz-Nummern, die der neoklassisch geschulte Ballettchef erstmals in Nürnberg einbaute, sind da nur eine Facette.
„Vasos comunicantes" schwelgt in traumschönen Pas de deux und virtuoser Eleganz, in grandiosen Solos mit atemberaubenden Sprüngen und wirbelnden Drehungen (sensationell: Hirotaka Seki). Zugleich schlägt Montero, in einer Nummer selbst als immer noch enorm flinker und sprungstarker Tänzer zu erleben, den Bogen zu modernem Ausdruckstanz, kontrastiert minimalistische Bewegungskunst mit kraftvoll-kämpferischen Nummern und ungestümen, zugleich perfekt synchronen Ensembleszenen.
Für seine hochathletische Compagnie ist „Vasos comunicantes" damit ein gefundenes Fressen, das jedem Einzelnen Gelegenheit gibt, die enorme Bandbreite seines Könnens zu demonstrieren. Das Tempo ist vom ersten Moment an hoch, in dem die Tänzer raubtiergleich vom Orchestergraben die Bühne erstürmen. [...]

Tanz, Musik und Licht verbinden sich hier zu einem eng miteinander verflochtenen Gesamtkunstwerk. Taktgeber ist Johann Sebastian Bach. Und es scheint fast so, als hätte Montero, der spanische Tanzästhet mit dem unbedingten Stilwillen und dem Hang zur Perfektion, in dem Meister der musikalischen Abstraktion einen Geistesverwandten gefunden.
Die Musiker sind als Partner auf der spiegelnden Bühne platziert, auf der Lichtquadrate und –gassen das Bild der „kommunizierenden Röhren“ flexibel aufgreifen (Lichtdesign: Montero, Olaf Lundt). Zuerst erklingen Bachs Stücke auf der Violine (Bernd Buss), dann auf der Gitarre (Barbara Puppa Hennerfeind), schließlich auf dem Klavier (Rita Kaufmann). Jedes Instrument hat seine eigene Lichtfarbe, mit der die den Tänzern auf den Leib geschneiderten strengen Kostüme (Montero, Verena Hemmerlein) korrespondieren – schwarz-weiß für Violine, dramatisches rot-schwarz für die Gitarre, helle blaue Weite für das Klavier. Am Ende fließt alles in einer großen Synthese zur Chaconne aus der Partita No. 2 zu einem mitreißenden Ganzen zusammen. Das ist überaus stimmig und wunderschön anzusehen. [...]

Als Tanzfest ein großartiges Ereignis.

Regina Urban


"Vasos comunicantes" - BR-Klassik - 26.04.2010


„Kommunizierende Röhren“ hat Goyo Montero seinen Ballettabend in Nürnberg genannt. Nicht nur ein interessanter Titel, sondern auch eine physikalische Versuchsanordnung. Bei Goyo Montero sieht das so aus: 16 Tänzer und Tänzerinnen und drei Musiker werden auf einer leeren Bühne platziert. Verschiedenes Licht und Ausschnitte aus Bachs Chorälen, Sonaten sowie Tanzsätzen kommen dazu. Herauskommt: ein faszinierender Ballettabend, der zeigt, welche Ausdrucksformen möglich sind im modernen Tanz. Da darf sich dann auch ruhig der klassische Spitzentanz an den freien Ausdruckssprachen reiben. [...]

Schon die Surrealisten fanden den Begriff der Kommunizierenden Röhren spannend. Ihr wichtigster Theoretiker, Andre Breton versuchte damit Wechselzustände von Traum und Wirklichkeit, Mensch und Außenwelt zu beschreiben. In der Nürnberger Staatsoper kommuniziert bei dieser Premiere jeder mit jedem, alles mit allen. Und wie befruchtend das sein kann, zeigt die Schlusssequenz, bei der alle Tänzer und Musiker zusammen auf der Bühne stehen.

Der barocke Reigentanz bricht auf und grandiose Traumbilder entstehen. Das eine Mal wirken die Tänzer wie ein großer schwarzer Schwarm Nachtfalter, der um einen hellen Lichtkegel flattert, das andere Mal formen sie Paare beim Liebesspiel. Und zum Schluss fließen sie im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrer Röhre, ihrem Gefäß, der Bühne nämlich und rutschen auf dem spiegelglatten Plexiglasboden gen Orchestergraben. Und das Experiment ist geglückt!

Christine Weirauch


"Vasos comunicantes" - Nürnberger Zeitung - 26.04.2010


Die Premiere am Samstag wurde trotz des hohen Abstraktionsanspruchs, aber mit der Aussicht auf Spitzentanz heftig umjubelt. Montero, dessen Vertrag vor einigen Tagen wenig überraschend um weitere zwei Jahre verlängert wurde, genießt am Premierenabend ein warmes, schäumendes Vollbad in der Gunst des Publikums. Der Weg also ist frei für weitere Projekte, die seinen klassischen Anschlag immer wieder in den modernen Bezugsrahmen setzen. [...]

Monteros Weg führt an starken ästhetischen Reizen entlang, die in einer streng komponierten tänzerischen Erörterung erstaunliche choreografische Möglichkeiten ausloten dürfen. Die drei gestalterischen Thesen von Musik, Bewegung und Bühnenraum vereint er am Ende zu einer künstlerischen Synthese, die alle Komponenten vereinigt. [...]

Bachs Musik ist der starke, gemeinsame Nenner, unter dem sich die Beteiligten wiederfinden.
Bernd Buss (Violine), Barbara Hennerfeind (Gitarre) und Rita Kaufmann (Klavier) beherrschen das Verwirrspiel um Bachs Sarabandes und Allemandes perfekt. In wechselnden Intonationen und Besetzungen wirkt ein und dasselbe Stück auch tänzerisch gesampelt immer wieder anders. Und das Tanzensemble kokettiert hautnah mit den Möglichkeiten der Bühnenmusiker, es umschwirrt diese wie die Motten das Licht, ohne die eigene Autonomie in Frage zu stellen.
Verena Hemmerleins schlichte, aber raffinierte Tanztrikots und das sich spiegelnde Bühnenbild sind die allgemeingültigen optischen Begleiter und lassen genug Raum für den doppelten Boden, der sich unter dem Spitzenschuh auftut. Montero nutzt die Gelegenheit und stellt sich als Vermittler zwischen Konzept und Ensemble zur Verfügung. Er schlüpft deshalb selbst ins Tanztrikot und glänzt in einem filigranen Tanzfigurenfestival, das Kommunikation über deren alltägliche Bedeutung weit hinausgehend beleuchtet. Viel Beifall ohne Widerspruch.

Karin Lederer


"Vasos comunicantes" - Der Fränkische Tag - 26. April 2010


Bewegung in Vollendung zeigt Goyo Montero in seinem neuen Tanzstück „Vasos comunicantes" [...] Arme und Beine, Töne und Licht treten mit der Musik von Johann Sebastian Bach in ein ständiges Wechselspiel. Der spanische Chefchoreograph wirbelt im diesem Reigen der absoluten Kommunikation erstmals sogar selbst auf der Bühne mit. [...]

Simultan übersetzen die Körper sofort die schreitend tragenden Geigenklänge des Ein-führungssatzes aus Bachs Partita Nr. 1. Licht und Schatten reflektieren zusätzlich den Bewusst-seinsstrom zwischen den künstlerischen Ausdrucksformen. Die schwarzen Kostüme der Tänze-rinnen zitieren die Lichtgassen auf der Bühne (Bühne und Kostüme: Verena Hemmerlein und Goyo Montero). Wie aufgeladene Teilchen ziehen sich Ton- und Schrittfolgen gegenseitig an und verstärken sich. [...]

Ursprünglich stammt der Begriff „Kommunizierende Röhren" freilich aus der Physik. Bei Montero bildet die formenstrenge Musik das gemeinsame ästhetische Gefäß, über das alles im Raum miteinander in Verbindung tritt. Scheinbar spontan und individuell reagieren die Tänzer in Stil und Körpersprache auf die harmonischen Schwingungen der Bachschen Kompositionen. [...] Seinem eigenem Konzept sich wohl verpflichtend fühlend, will auch Montero selbst neue Erkenntnisse aus dem Geist des freien Zusammenspiels der Künste und Künstler auf der Bühne entwickeln. Mit seinem ganzen Wesen greift der 34-Jährige nach den Tönen als tanze gerade selbst ein Gott durch ihn hindurch.

Die tänzerischen Ausdruckssprachen wechseln sich im Austausch mit der Musik von Spitzenfiguren des klassischen Stils bis hin zu neoklassischen Bewegungen ab. Wie geladene Moleküle bewegen sich die Tänzer im freien Raum. Dreiecke, Kreise und Quadrate entstehen in diesem ästhetischen Spannungsfeld ständig neu. Dabei flimmern die Schatten auf der hochglänzenden Folie und dem durchsichtigen Gazevorhang im Bühnenprospekt gleichermaßen lodernd und wirkungsvoll. Wachen und Träumen wechseln sich wie Licht und Schatten wie ein Nachhallen der Musik bei einer kurzen Pause ständig ab. [...]

Im großen Finale treten dann alle drei Soloinstrumente mit den Tänzern im nun weit geöffneten Bühnenraum in Kommunikation. Das Publikum hält den Atem an, während das Ensemble bezaubernde Bilder zur Musik auf der Bühne komponiert.
Der Zuschauer fragt sich während der unendlich schönen Variationen, die Bach mit seiner Chaconne in der Partita Nr. 2 schuf: Wache oder träume ich? Schließlich rennt die Tanzcompagnie nach rund 90 Minuten völlig außer Atem auf die bereits verzauberten Zuschauer zu und gleitet, spurlos über die ,Folienrutsche zurück in den Orchestergraben als Urgrund eines erneut fantastischen Ballettabends. Triumph des surrealistischen Erkenntnisprinzips.

Nikolas Pelke


"Vasos comunicantes" - Abendzeitung - 26.04.2010


Goyo Montero bohrt mit „Vasos Comunicantes" traumhaft die Fußspitzen in die Konvention [...]
Der Wink mit der Tradition wirkt wie ein Reinigungsprozess – sympathisch, wohin er auch führen mag.
Das Stück um den physikalischen Begriff der „Kommunizierenden Röhren“ ruft die reine Lehre vom Tanz aus. Er soll nichts sonst wollen als Gefühle zu spiegeln und ihren Reflex als Mehrwert auszukosten – vor allem in der Kommunikation mit Bach, aber auch mit dem Reiz des Blickfangs in Kostüm und Szene. Mit Partner Olaf Lundt zaubert Montero auf spiegelndem Boden Lichtkorridore, bewegt wandernde Planquadrate als Spielraum für Tänzer in allen Formationen und gibt mit einem technisch brillianten Solo den Stil vor: Alles im Fluss! [...]
[Eine] Tanz-Kunst, die mit den Fußspitzen in der Konvention bohrt und mit den Armen dem Ausdruckstanz frische Luft zufächelt. [...]

Nach einem Herren-Pas de deux, der wie eine rasante Pendel-Staffel hin und her wogt, werden alle 16 Akteure durchs Gefühls-Chaos von Pina-Bausch-Dimension und zurück in den Graben gejagt. Weil das so gut gelingt, gewinnt am Ende die ganze Aufführung – Nürnberg kann sich freuen auf weitere drei Jahre mit diesem Ballettdirektor.

Dieter Stoll


"Vasos comunicantes" - Highlights Magazin online - 27.04.2010


Tanz und Musik verschmelzen durch Licht zu einer Gesamtkomposition. Mit „Vasos Comunicantes“ – Kommunizierende Röhren zeigt Nürnbergs Ballettchef Goyo Montero die ganze Bandbreite tänzerischer Variationen. Am 24. April 2010 war Premiere im Staatstheater Nürnberg und das Publikum feierte die fantasievolle Choreografie mit minutenlangem Applaus.
Drei Musiker, ein virtuos illuminierter Raum und die Persönlichkeiten der Tänzer. Mehr braucht Montero nicht, um die Gefühlswelt in der Musik von Johann Sebastian Bach eindrucksvoll auf die Bühne zu bringen. Die zum Teil gleichen Musikstücke werden von Violine, Gitarre und Klavier unterschiedlich adaptiert. Dazu zaubern die Tänzer mit ihrem Körper und nehmen das Publikum mit auf eine bewegende Reise.

Die Kommunikation steht im Mittelpunkt dieses Tanzstückes. Kommunikation zwischen Mensch und Musik, zwischen Individuum und Ensemble. Lichtbahnen weisen den Tänzern ihren Weg über die schlichte und nur mit einer beschichteten Folie ausgestattete Bühne, die bis in den Orchestergraben reicht. Hier beginnt und endet die Choreografie, die auf Requisiten fast vollständig verzichtet. Die unterschiedlichen Tänzerpersönlichkeiten des Ensembles und ihre individuell-charakteristische Ausdrucksweise zur Musik stehen im Vordergrund. [...] Und sogar der Choreograf selbst tritt in Erscheinung: Goyo Montero tanzt die Sarabande, Partita Nr. 1 persönlich und überzeugt mit faszinierender Ausdrucksstärke.

„Vasos Comunicantes“ setzt gleich zu Beginn einen unwiderstehlichen Sog in Gang. Und bis zum spektakulären Finale mit allen Tänzern und Musikern auf der Bühne verliert die Choreografie nichts von ihrer Intensität. Dabei wechseln neoklassische Pas de deux mit Pas de trois, Ballett mit zeitgenössischem Tanz, Mann-Frau-Beziehungen mit Gruppendynamik. Zwischen theatralischen Momenten und dramatischen Entwicklungen liegt ein intensiver Spannungsbogen, der das Premieren-Publikum eineinhalb Stunden lang still und verzaubert genießen ließ. [...]

Mit „Vasos Comunicantes“ gelingt Montero erneut ein künstlerisches Ausrufezeichen. Der Spanier schwimmt weiter auf der Erfolgswelle, nur gut, dass sein Vertrag mit dem Staatstheater unlängst bis zum Spielzeitende 2013 verlängert wurde.

Daniel Keienburg


"Vasos comunicantes" - Landshuter Zeitung - 29.04.2010


Der Tanz - für Goyo Montero muss er ein Erlebnis fortwährenden Fließens sein, ein weites Atmen in der Musik mit dem Körper, das in die reine Freude am Hier und Jetzt führt. Seine raumgreifenden Bewegungen folgen hier der Melodie, fangen sie dort wieder ein und lassen eine Spur imaginärer Linien und Schwünge verfolgen, die im Gedächtnis des Betrachters haften bleibt, während dieser staunend die Wirbel und Spiralen wahrnimmt, in die der Tänzer seinen sehnigen Körper erhebt.

Am Ende der Diagonale, auf der Montero seinen Bewegungsfluss entfaltete, steht fast unbeweglich, Bernd Buß. Er spielt die Sarabande von Johann Sebastian Bach, Partita Nr. 1 für Violine. Montero heftet seinen Blick auf ihn, definiert den Abstand zwischen ihnen und kniet zum Schluss, der Musik lauschend. Als der letzte Ton verklungen ist, führt er den Musiker freundschaft¬lich von der Bühne. Tanz und Musik werden hier im klassischen Verhältnis zueinander formuliert. [...]

Tanz als fortlaufender Bewusstsseinstrom im Innern des Menschen im Dialog mit dem Außen - sei es mit Licht, Musik, Raum oder Tradition.

Alexandra Karabelas


: zurück zur Auswahl







Impressum  •   AGBs  •   ZVB/L  •   Datenschutz  •   Kontakt
powered by noris network

Besuchen Sie das Staatstheater auch auf:  

Facebook YouTube Twitter
Zur Startseite