Vasos comunicantes - Kommunizierende Röhren
Freitag, 27.04.2012 20:00 - 21:20 Uhr, Opernhaus
Tanzstück von Goyo Montero
Musik von Johann Sebastian Bach
Fotos: © Jesús Vallinas
Choreographie und Inszenierung: Goyo Montero
Bühne und Kostüme: Verena Hemmerlein, Goyo Montero
Lichtdesign: Olaf Lundt, Goyo Montero
Tagesaktuelle Besetzung:
Bernd Buss (Violine), Barbara Hennerfeind (Gitarre), Rita Kaufmann (Klavier)
Zum Inhalt:
Es war André Breton, der unermüdliche Cheftheoretiker der Surrealisten, der 1932 in seiner Schrift "Les Vases communicants" ("Die kommunizierenden Röhren") die Beziehungen zwischen Realität und Traum in Form kommunizierender Röhren wechselseitig aufeinander einwirken sah. Dabei bezog er sich auf Sigmund Freuds Grundsatz, dass im Traum nichts erscheine, was nicht aus der Wirklichkeit oder der Gedankenwelt stamme, die sich an dieser Wirklichkeit entzündet – und bediente sich zur Illustration dieser die Grenzen des Realen überschreitenden Vorstellung eines Bildes aus der Physik. Ähnlich paradox und grenzüberschreitend fruchtbar verhält es sich in Goyo Monteros choreographischer Arbeit "Vasos Comunicantes/Kommunizierende Röhren", die in völliger Abstraktion die Physis der Tänzer auf die Schwingungen, Impulse und Strukturen der Bachschen Kompositionen reagieren lässt. Hier kommunizieren musikalische und tänzerische Bewegungen miteinander, reagieren aufeinander, laden sich auf, bespiegeln einander – ohne die je eigenen Formgesetze aufzugeben und zu verlieren. Gegliedert wird die Choreographie durch die streng formalen Kompositionen Johann Sebastian Bachs, die, zum Teil für Violine, Klavier und Gitarre transkribiert, live auf der Bühne interpretiert werden.
Das Tanzstück "Vasos Comunicantes" geht ursprünglich auf eine Idee des spanischen Ministeriums für Kultur zurück. Zur Förderung des Balletts wollte man die besten im Ausland engagierten spanischen Tänzer in San Sebastian präsentieren und beauftragte deshalb Goyo Montero mit der Entwicklung eines adäquaten Projektes. Goyo Montero griff die Gelegenheit auf und entwickelte die Idee der "kommunizierenden Röhren" – eingedenk, dass er es mit sehr unterschiedlichen Tänzerpersönlichkeiten, die noch dazu über Europa verteilt in diversen Compagnien tanzen, zu tun haben würde. Es galt also einen ästhetischen Bezugsrahmen zu schaffen, innerhalb dessen die einzelnen Tänzer sich entwickeln und ausdrücken können. Das war 2003. Seither wurde die Produktion mit großem Erfolg bei verschiedenen Tanzfestivals in Spanien und in Kuba gezeigt. Für das Nürnberger Ballett hat Goyo Montero die Choreographie neu entwickelt.
Termine:
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