Carmen
Samstag, 18.02.2012 19:30 - 21:00 Uhr, Opernhaus

Ballett von Goyo Montero
Musik von Georges Bizet / Rodion Shchedrin

Aufführungsfotos: © Jesús Vallinas


• Musikalische Leitung: Sebastian Kennerknecht
• Choreographie und Inszenierung: Goyo Montero
• Mitarbeit Flamenco-Choreographie: Goyo Montero Cortijo
• Bühne: Verena Hemmerlein, Goyo Montero
• Kostüme: Angelo Alberto, Goyo Montero
• Lichtdesign: Olaf Lundt, Goyo Montero
• Flamencosolistin: Esther Jurado
• Gesangssolistinnen: Esen Demirci, Joanna Limanska-Pajak, Lussine Levoni


Zum Inhalt:
Seit Carmen im Jahre 1845 durch die Feder des französischen Schriftstellers Prosper Mérimée das Licht der Welt erblickte, gilt sie als der Inbegriff rätselhafter südländischer Weiblichkeit. In ihr spiegeln sich vor allem die Sehnsüchte und Ängste der männlichen Betrachter – und immer wieder ließen sich Künstler durch „Carmen“ zur Auseinandersetzung mit dem Typus der Femme fatale anregen. Dabei gebührt sicherlich Georges Bizet mit seiner Oper „Carmen“ aus dem Jahre 1875 die Palme für die größtmögliche Popularisierung des Stoffes. Es war aber der später zu Weltruhm gelangende Choreograph Marius Petipa, der bereits unmittelbar nach der Erstveröffentlichung der Novelle die Gelegenheit ergriff, den Stoff von der andalusischen Schönheit, die in die tödlichen Mühlen zwischen Don José und dem Torero Escamillo gerät, unter dem Titel „Carmen et son Toréro“ in Madrid für die Bühne und den Tanz zu entdecken.

Kein Wunder, verbinden sich in der Figur der Carmen doch ursächlich Tanz und Gesang, Rhythmus und Leidenschaft, Eros und Thanatos; wie sie auch im Flamenco zum Ausdruck kommen, jenem andalusischen Gesamtkunstwerk aus Gitarre, Tanz, Gesang und Instrumentalspiel, das spätestens seit Carlos Sauras Verfilmung des Stoffes untrennbar mit „Carmen“ assoziiert wird.

Goyo Montero verbindet in seiner choreographischen Auseinandersetzung mit dem Carmen-Stoff diese Traditionen. Die musikalische Grundlage bildet die kongeniale Bearbeitung der Bizet‘schen Vorlage von Rodion Shchedrin, der die bekannten Motive der Oper durch seine eigenwillige Instrumentierung für Streicher und 47 Schlaginstrumente rhythmisch aufgemischt hat. Von ihr ausgehend nähert sich Goyo Montero dem Mythos „Carmen“. Für ihn ist Carmen ein nicht zu fassendes Phänomen, ein freiheitsliebendes Vexierbild, das José in immer neuen Facetten erscheint. Die beiden großen „choreographischen Sprachen“ Spaniens, der Stierkampf und der Flamenco, spielen dabei in Monteros Deutung eine tragende Rolle – und bereichern die musikalische Fassung von Shchedrin durch Flamenco-Elemente.

Es spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg.


Termine:


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