Der zerbrochne Krug
Donnerstag, 14.06.2012 19:30 - 21:30 Uhr, Schauspielhaus
Lustspiel von Heinrich von Kleist
Aufführungsfotos © Marion Bührle
Inszenierung: Kay Neumann
Bühne: Günter Hellweg
Dramaturgie: Maren Zimmermann
Sprachtraining: Claudia Sendlinger
Tagesaktuelle Besetzung:
Stefan Willi Wang (Walter - Gerichtsrat), Frank Damerius (Adam - Dorfrichter), Christian Taubenheim (Licht - Schreiber), Ksch. Adeline Schebesch (Frau Marthe Rull), Anna Keil (Eve Rull), Heimo Essl (Veit Tümpel - ein Bauer), Thomas L. Dietz (Ruprecht Tümpel), Nicola Lembach (Frau Brigitte)
Zum Inhalt:
Unter den Augen des Gerichtsrats Walter, der zur Inspektion in die Provinz gekommen ist, verhört Dorfrichter Adam ein junges Mädchen mit einem einzigen Ziel: die Wahrheit zu verschleiern. Gegenstand der Verhandlung ist ein zerbrochener Krug. Die Klägerin Marthe Rull, Mutter der jungen Eve, ist sich sicher, dass Eves Verlobter Ruprecht den Krug bei einem nächtlichen Besuch im Hause Rull beschädigt hat. Doch Evchen schweigt beharrlich. Denn wie soll sie ihrer Mutter erklären, dass der Dorfrichter Adam selber in ihrem Zimmer war, ihr ein Attest versprach, das ihren Ruprecht vom Militärdienst befreien sollte, sich dieser aber etwas ganz anderes von diesem Besuch erhoffte. Und dass der hinzugekommene Ruprecht den Dorfrichter in die Flucht schlug und dabei der Krug zerbrach.
Als wäre das alles nicht schon kompliziert genug, hat auch noch eine Nachbarin die Flucht beobachtet und ist sich sicher, dass die im Garten gefundene Perücke zusammen mit den eindeutigen Fußspuren eines Klumpfußes dafür sprechen, dass der Teufel selbst bei Evchen zu Besuch war.
Heinrich von Kleist (1777-1811) erzählt in seinem Lustspiel von Staatsdienern, die ihre öffentliche Funktion im Interesse ihrer privaten Wünsche nutzen und dabei auf Menschen treffen, deren Autoritätsgläubigkeit ihnen dieses Vorhaben erstaunlich leicht machen. Allein Evchen lebt in einer Gefühlsgewissheit jenseits von Obrigkeitsdenken, die durch keine Autorität zu erschüttern ist. 200 Jahre nach Kleists Freitod amüsiert oder erschreckt – je nach Gemütslage – die Aktualität eines Autors, der zu Lebzeiten immer ein Außenseiter war, der zwischen den etablierten Lagern der Weimarer Klassik und der Romantik stand.
„‚Der zerbrochne Krug‘ gehört zu […] denjenigen Werken, dem gegenüber nur das Publikum durchfallen kann. Der ergötzlichste Einfall und das farbigste Sittengemälde ist hier zum Genialen gesteigert …“ (Friedrich Hebbel)
Termine:
Mittwoch, 07.11.2012 19:30 Uhr Mittwoch, 14.11.2012 19:30 Uhr Samstag, 17.11.2012 19:30 Uhr Donnerstag, 22.11.2012 19:30 Uhr Freitag, 30.11.2012 19:30 Uhr Freitag, 07.12.2012 19:30 Uhr Freitag, 28.12.2012 19:30 Uhr Freitag, 04.01.2013 19:30 Uhr Sonntag, 13.01.2013 19:00 Uhr Dienstag, 19.02.2013 19:30 Uhr Mittwoch, 27.02.2013 19:30 Uhr Sonntag, 17.03.2013 19:00 Uhr Freitag, 12.04.2013 19:30 Uhr Sonntag, 21.04.2013 19:00 Uhr Sonntag, 26.05.2013 19:00 Uhr
: zurück zur Auswahl
|
|
|
|