Don Sebastian, König von Portugal
Samstag, 31.10.2009 19:30 - 22:15 Uhr, Opernhaus : WIEDERAUFNAHME
Opéra in fünf Akten von Gaetano Donizetti
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG DER FRANZÖSISCHEN ORIGINALFASSUNG
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungsfotos: © Ludwig Olah
Musikalische Leitung: Christian Reuter
Inszenierung: David Hermann
Bühne und Kostüme: Christof Hetzer
Choreinstudierung: Edgar Hykel
Dramaturgie: Johann Casimir Eule
Tagesaktuelle Besetzung:
Christopher Lincoln (Dom Sébastien, König von Portugal), David Yim (Dom Antonio, sein Onkel, Regent während der Abwesenheit des Königs), Nicolai Karnolsky (Dom Juan de Silva, Großinquisitor), Melih Tepretmez (Le Camoens, Soldat und Poet), Vladislav Solodyagin (Dom Henrique, Lieutenant von Dom Sébastien), Dariusz Siedlik (Ben-Sélim, Gouverneur von Fez), Bastiaan Everink (Abayaldos, Chef der arabischen Stämme, Verlobter Zaydas), Jordanka Milkova (Zayda, Tochter von Ben-Sélim), Kalle Kanttila (Dom Luis), Kalle Kanttila (Soldat), Richard Kindley (Erster Inquisitor), Vladislav Solodyagin (Zweiter Inquisitor)
Zum Inhalt:
Gaetano Donizetti hielt „Dom Sébastien, roi de Portugal“ („Don Sebastian, König von Portugal“) für eine seiner bedeutendsten Schöpfungen. Dass es seine letzte sein würde, konnte der schwer erkrankte Komponist nach seinem an Anstrengungen, Enttäuschungen und Erfolgen überreichen Leben nicht erahnen. Hatte er doch mit seiner 71. Oper den richtungweisenden Versuch unternommen, eine neue gültige Synthese zwischen italienischer seria und französischer grand opéra zu schaffen, um damit in Konkurrenz zum seit einiger Zeit alles beherrschenden Giacomo Meyerbeer zu treten.
Dafür schien ihm die romantische Legende vom jungen König Sébastien I., der sich berufen fühlte, Nordafrika vom Islam zu „befreien“, geradezu prädestiniert. Das Abenteuer des historischen Dom Sébastien endete zwar rasch mit dessen Tod in der Schlacht von Alcazarquivir (1578) und einer desaströsen Niederlage, im Volksglauben lebte er aber weiter. Und so lässt Donizettis Librettist Eugène Scribe Dom Sébastien inkognito und entbrannt in unglücklicher Liebe zu Zayda, der Frau seines militärischen Bezwingers, nach Portugal heimkehren. Dort wird er Opfer eines zynischen Geschachers zwischen den siegreichen Moslems, seinem Onkel und den Spaniern um den Thron, begegnet seinem eigenen Beerdigungsumzug, wird von der Inquisition zusammen mit seiner Geliebten Zayda des Hochverrats bezichtigt, unterzeichnet angesichts der Scheiterhaufen seine Abdankungsurkunde zu Gunsten der Spanier – und erleidet doch zusammen mit Zayda im Kugelhagel den Liebestod.
Angesichts ihrer bühnenwirksamen Handlung und des hohen musikalischen Gehalts verwundert es nicht, dass Donizetti mit „Dom Sébastien“ 1843 in Paris und Wien außerordentliche Erfolge feiern konnte. Heute allerdings gilt es, diese Rarität der Opernliteratur für die Bühne neu zu entdecken …
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