Aida
Samstag, 06.03.2010 19:30 - 22:20 Uhr, Opernhaus : WIEDERAUFNAHME

Opera in vier Akten von Giuseppe Verdi
Aufführungsfotos: © Jutta Missbach


• Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt
• Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
• Bühne und Kostüme: Mathis Neidhardt
• Choreinstudierung: Edgar Hykel
• Dramaturgie: Johann Casimir Eule

Tagesaktuelle Besetzung:
Vladislav Solodyagin (Der König), Jordanka Milkova (Amneris, seine Tochter), Mardi Byers (Aida, äthiopische Prinzessin), David Yim (Radames, Hauptmann der Wache), Nicolai Karnolsky (Ramphis, Oberhaupt der Priester), Mikolaj Zalasinski (Amonasro, König von Äthiopien und Vater von Aida), Kalle Kanttila (Ein Bote), Leah Gordon (Eine Tempelsängerin)




Zum Inhalt:
Heiligabend 1871. Im neu erbauten Opernhaus in Kairo hebt sich der Vorhang zu Giuseppe Verdis Oper „Aida“, einem Auftragswerk des ägyptischen Vizekönigs und Opernliebhabers Ismail Pascha, der sich die Rechte an der Uraufführung immerhin die stolze Summe von 150000 Francs kosten ließ. In einem kulturgeschichtlich denkwürdigen Moment verschmelzen abendländische und morgenländische Sehnsüchte nach Exotik hier und Adelung durch europäische Hochkultur dort zu einer fulminanten Uraufführung, die noch durch die Premiere an der Mailänder Scala übertroffen wurde und „Aidas“ Siegeslauf um die Welt vorbereitete.

Seither gibt es wenige Operntitel, die populärer sind. Und das völlig zu Recht, birgt „Aida“ mit ihren musikalisch-szenischen Affekten und exotischen Klängen, der raffinierten Farbigkeit in der Instrumentation und dem effektvollen Wechsel zwischen Monumentalität und Intimität einen im besten Sinne musik-dramatischen Schatz. Allerdings haben die Auskopplung des Triumphmarsches und Inszenierungen, die den im Werk angelegten Hang zur Monumentalität noch mit pseudohistorischer ägyptischer Ausstattung zu übertrumpfen suchen, bisweilen vergessen lassen, dass diese Oper mehr ist als ein rührendes ägyptisches Märchen aus fernen Zeiten.

Im Gegenteil. Giuseppe Verdi spiegelt anhand der tragischen Liebe der äthiopischen Prinzessin Aida und des ägyptischen Heerführers Radamès, die zwischen persönlicher Verantwortung für die je eigene Nation und den Interessen von Staat, Kirche und Verwandten zerrieben wird, den krisenhaften Zustand des modernen Individuums. Und so stellt er auch für uns heute noch die Frage nach den prekären Machtverhältnissen zwischen Individuum und Gesellschaft – um sie mit einem höchst berührenden Plädoyer für die utopische Kraft der Liebe zu beantworten.



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