Nabucco
Samstag, 29.05.2010 19:30 - 21:50 Uhr, Opernhaus : PREMIERE
Dramma lirico in vier Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Temistocle Solera
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungsfotos: © Ludwig Olah
Musikalische Leitung: Peter Tilling
Inszenierung: Immo Karaman
Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter
Choreographie: Fabian Posca
Chor: Tarmo Vaask
Dramaturgie: Johann Casimir Eule
Tagesaktuelle Besetzung:
Mikolaj Zalasinski (Nabucco, König von Babylon), David Yim (Ismaele, Neffe des Königs von Sedecia), Nicolai Karnolsky (Zaccaria, Hohepriester der Hebräer), Arona Bogdan (Abigaille), Judita Nagyová (Fenena, Tochter Nebukadnezars), Sébastien Parotte (Der Oberpriester des Baal), Kwonsoo Jeon (Abdallo, Diener des Königs von Babylon), Gunta Cese (Anna, Schwester des Zaccaria)
Zum Inhalt:
Es ist ein Werk voller Dramatik, ein Werk, das den ganzen Verdi in sich enthält, ein wahrhaftiges Sturm und Drang-Drama, in dem sich das Talent des jungen Italieners zum kraftvollen, leidenschaftlichen Ton endgültig Bahn brach: „Nabucodonosor“ oder einfacher „Nabucco“.
Uraufgeführt 1842 am Teatro alla Scala in Mailand, nahm von hier aus auch der Mythos des politischen Komponisten Verdi seinen Lauf – gleichsam auf den melodiösen Schwingen jenes sehnsuchtsvollen „Va pensiero sull’ali dorate“/„Flieg, Gedanke, getragen von Sehnsucht“, das die geknechteten Hebräer weinend an den Ufern des Euphrat Richtung Heimat anstimmen. Nicht nur, dass die Italiener sich nicht scheuten, den in der Oper aufgezeigten politischen Konflikt zwischen den Babyloniern und den Hebräern auf ihre eigene Situation umzumünzen, die Oper selbst steckt voller Sprengstoff. Äußerlich noch ganz den Gliederungsstrukturen des italienischen Belcanto verhaftet, weist ihre Geschlossenheit bereits auf die spätere Entwicklung zum Musikdrama hin. Vor allem aber lädt Verdi hier seine grandiosen Melodien rhythmisch-orchestral derart mit Emotionen auf, dass die Arien und Cabaletten allenthalben vor Druck und Dynamik zu bersten scheinen oder aber so traurig sind, dass sie gleich zum Mitweinen einladen.
Wirklich zukunftsweisend ist an „Nabucco“ aber, dass hier neben den operntypisch etablierten Akteuren um Nabucco – seinen konkurrierenden Töchtern Abigaille und Fenena, dem Hohepriester Zaccharia und dem Königsneffen Ismaele – ein völlig neuer Handlungsträger auftaucht: das Volk. Hier erhebt es seine Stimme, hier wird es hör- und sichtbar als kollektives, leidendes und handelndes Subjekt der Geschichte. Und Verdi zeigt in berührender und deutlicher Weise, welche verheerenden Auswirkungen das unkontrollierte, ja sprichwörtlich verrückte Handeln der hemmungslos von Hybris, Eifersucht und Machtgier geleiteten Protagonisten auf ihre Umwelt hat. Da bleibt, zusammen mit den Hebräern, allein die Hoffnung auf göttliche Fügung.
Termine:
Sonntag, 10.11.2013 19:00 Uhr Samstag, 16.11.2013 19:30 Uhr Samstag, 23.11.2013 19:30 Uhr Sonntag, 01.12.2013 19:00 Uhr Dienstag, 03.12.2013 20:00 Uhr Samstag, 07.12.2013 19:30 Uhr
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