Tannhäuser
Samstag, 17.10.2009 18:00 - 22:10 Uhr, Opernhaus : PREMIERE

Große romantische Oper in drei Akten (Pariser Fassung) von Richard Wagner

Aufführungsfotos: © Karen Stuke


• Musikalische Leitung: Christof Prick
• Inszenierung: Rosamund Gilmore
• Bühne: Carl Friedrich Oberle
• Kostüme: Nicola Reichert
• Choreinstudierung: Edgar Hykel
• Dramaturgie: Johann Casimir Eule

Tagesaktuelle Besetzung:
Guido Jentjens (Hermann, Landgraf von Thüringen), Richard Decker (Tannhäuser), Jochen Kupfer (Wolfram von Eschenbach), Martin Nyvall (Walther von der Vogelweide), Rainer Zaun (Biterolf), Christopher Lincoln (Heinrich der Schreiber), Vladislav Solodyagin (Reinmar von Zweter), Alexandra Petersamer (Venus), Leah Gordon (Ein junger Hirt)




Zum Inhalt:
Richard Wagners große romantische Oper "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg" ist ein Werk des Aufruhrs, des Aufbegehrens und des Übergangs. Der Komponist, rebellisch und reformatorisch gesonnen, hat mit seinem "Tannhäuser", der 1845 in Dresden seine Uraufführung erlebte, entscheidende Schritte hin zum Musikdrama unternommen. Musikalische Formauflösungen und Weiterentwicklungen stehen hier brüsk neben Überkommenem, klanglich Visionäres neben Altbekanntem. Und Wagner ließ dieses Werk zeit seines Lebens nicht mehr los. Er änderte und überarbeitete den "Tannhäuser" mehrfach – heute spricht man von der Dresdner und der Pariser Fassung –
und äußerte noch in seinem Todesjahr 1883 gegenüber Cosima, er sei "der Welt noch den Tannhäuser" schuldig.
Die Aufführung des "Tannhäuser" in Paris 1861 geriet zum wohl größten Theaterskandal des 19. Jahrhunderts. Die zu einem großen Bacchanal erweiterte Venusberg-Szene erhitzte die Gemüter derart, dass nach drei chaotisch verlaufenen Vorstellungen das Werk zurückgezogen wurde.
Den Komponisten kann dieser Skandal nicht überrascht haben, hat er ihn doch selbst komponiert: Nachdem der Minnesänger Tannhäuser im Reich der Liebesgöttin Venus der überbordenden Sinneslust und permanenten Lustbefriedigung überdrüssig geworden ist, sehnt er sich nach dem Reich der Menschen. Er kehrt zurück auf die Wartburg, wo Elisabeth, ihn still liebend, auf ihn wartet. Hier nimmt er an einem Sängerwettstreit teil, der - ausgerechnet - die Liebe zum Thema hat. Als ein Sänger nach dem anderen die Ideale der reinen Minne besingt, wird es Tannhäuser zu bunt und er verherrlicht in einem ekstatischen Gesang die sinnliche Liebeslust. In wildem Aufruhr will man ihm ans Leben. Elisabeth kann ihn zwar retten, aber dieser eklatante Bruch aller Konventionen ist nur durch eine Pilgerfahrt nach Rom zu büßen. Allein, der Papst lässt keine Gnade walten, Tannhäuser kehrt erschüttert zurück, begegnet Elisabeths Leichenzug und stirbt mit ihrem Namen auf den Lippen.



Termine:
Mittwoch, 26.01.2011 17:00 Uhr

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