Grußwort 2017/2018

 

LIEBE FREUND*INNEN DES STAATSTHEATERS,

in den ersten Jahren nach der Ernennung der ehemals Städtischen Bühnen zum Staatstheater Nürnberg fragten sich manche, was wohl das „Staatstheater-mäßige“ ausmache und ob Nürnberg dies denn könne. Seither ist viel passiert. Vor allem aber darf mit selbstbewusstem Stolz festgestellt werden: Ja, Nürnberg kann Staatstheater. In der Metropolregion steht nicht nur das einzige freistaatliche Staatstheater außerhalb Münchens, nein, es ist auch das größte Mehrspartenhaus in Bayern. Und das kann was: So entwickelte das Staatstheater in den vergangenen Jahren über alle Sparten hinweg eine ungewöhnliche künstlerische und wirtschaftliche Dynamik.

Zu Beginn der Intendanz befand sich das Schauspielhaus gerade in der Umbauphase. Unter Schauspieldirektor Klaus Kusenberg, der mit dieser Spielzeit nach achtzehn erfolgreichen Jahren als Schauspieldirektor in den Unruhestand wechselt, folgte das Publikum erst bereitwillig an ungewöhnliche Spielorte, um dann umso begeisterter in sein neues Schauspielhaus zurückzukehren. Ballettdirektor Goyo Montero mischte von Anfang an das Publikum mit einem spannenden Mix aus überraschend interpretierten Handlungsballetten und Choreographien internationaler Stars und Neuentdeckungen auf. Und der Neubeginn im Konzert unter Generalmusikdirektor Marcus Bosch wurde geschmückt mit der Ernennung der ehemaligen Philharmoniker zur Staatsphilharmonie Nürnberg. Seither brilliert das Orchester in verschiedensten innovativen Formaten ebenso wie in den Philharmonischen Konzerten, die sowohl von Deutschlandradio Kultur bundesweit übertragen, wie auch als CDs veröffentlicht werden. In der Sparte Oper ist es uns durch klare Programmatik, spannende Regiehandschriften, internationale Kooperationen und vielfältige Vernetzungen gelungen, das Staatstheater national und auch international als ernstzunehmendes Haus zu etablieren.

Damit verbunden waren ein Anwachsen der Fördervereine, die Unterstützung durch die regionale Wirtschaft, eine verlässliche Begleitung durch die Politik und vor allem ein beeindruckendes Bekenntnis der Besucher*innen zu ihrem Theater: Die Zahl der Abonnent*innen ist über die Jahre um 54 % entgegen dem bundesweiten Trend stark gestiegen. Damit einhergehend hat sich das Publikum gewandelt, ist neugieriger und jünger geworden: Die sogenannten gemischten – weil spartenübergreifenden – Abonnements bilden inzwischen einen starken Grundstamm unseres Publikums, und der Anteil der Besucher*innen, die unter achtzehn Jahren sind, liegt bei 20 %. Das lässt nur einen Schluss zu: In der Metropolregion Nürnberg hat Theater Zukunft!

Und wir machen uns fit dafür. Nach dem Umbau des Schauspielhauses wurde der Neubau der Werkstätten erfolgreich abgeschlossen und hinter den Kulissen laufen seit Jahren Maßnahmen zur Absicherung des Spielbetriebes im Opernhaus. Nicht zu vergessen: Für die Sanierung des über hundertzehn Jahre alten Hauses finden bereits intensive Vorplanungen statt. Für dieses Bauvorhaben ziehen das Staatstheater als Immobilienbetreiber, die Stadt Nürnberg als Bauherr und der Freistaat als Mitfinanzierer an einem Strang, um die Generationenaufgabe gemeinsam zu stemmen.

Freuen Sie sich aber, wie wir, erst einmal auf eine außergewöhnlich spannende Spielzeit 2017/2018: Es ist die Abschiedsspielzeit von Klaus Kusenberg, Marcus Bosch und mir als Operndirektor. Alle drei packen noch einmal alles aus, um Sie zu begeistern; und Goyo Montero, der für fünf weitere Jahre das Ballett leiten wird, zeigt, warum diese Aussicht Grund zur Freude ist ...

Die Dynamik, mit der wir angetreten sind, um in Nürnberg zukunftsfähiges, lebendiges und ansprechendes Theater zu machen, wird also nicht nachlassen. Genauso wenig sicherlich wie Ihre Neugierde, durch die Sie sich als unser Publikum so ausgezeichnet haben. Wandel, Offenheit und Dialogbereitschaft sind die Parameter, nach denen Kunst, Theater und die Demokratie, in der das Theater bekanntlich seinen Ursprung hat, funktionieren. Lassen Sie uns weiterhin dafür einstehen. Bleiben Sie neugierig – und begrüßen Sie in der Spielzeit 2018/2019 das neue Leitungsteam um Jens-Daniel Herzog mit der gleichen Offenheit, mit der sie unsere Arbeit stets begleitet haben.

Für jeden eine Bühne!

Peter Theiler                                                                       Christian Ruppert

Staatsintendant und Operndirektor                       Geschäftsführender Direktor